E10 e.V.
Baureihe
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Sicherlich fragen Sie sich, wie man darauf kommt, zwei Lokomotiven für die Nachwelt zu erhalten.

Die Ausgangsfrage ist sehr einfach zu beantworten. Das Erscheinungsbild des Personennahverkers hat sich seit der der Jahrtausendwende stark verändert. Dies wird vor allem durch die zunehmende Vergabe von Verkehrsleistungen an nicht-bundeseigene Eisenbahnen, andere Linienkonzepte und letztendlich neue Lokomotiven (z. B. Baureihe 146) sowie Triebzüge (z. B. Baureihe 425) sichtbar. Somit sank seit Anfang der 2000er Jahre der Bedarf an Loks der Baureihe 110, so daß Ende des Jahres 2006 von den gebauten 416 Exemplaren nur noch 237 vorhanden waren.

Zur selben Zeit formierte sich eine kleine Gruppe von Freunden der Baureihe 110, bestehend aus Lokführeren, Eisenbahnphotographen und Reisenden. Schnell wurde die Idee geboren, eine Lok dieser Baureihe der Nachwelt zu erhalten. Schließlich handelt es sich bei der Baureihe 110 als Teil des Einheitslokprogramms um eine wegweisende technische Entwicklung, die wegbereitend für den Hoch­geschwin­digkeits­verkehr in Deutschland war (Baureihe 103). Die noch heute im Nahverkehr eingesetzte Baureihe 111 ist die direkte Nachfolge der Baureihe 110. Grund genug, möglichst viele Lokomotiven dieser interessanten Baureihe zu erhalten!

Freilich gab es zu diesem Zeitpunkt bereits vier Lokomotiven, die zum musealen Erhalt vorgesehen waren: E10 121, 110 228, 110 348 und 113 311. Wir waren schnell der Meinung, daß darunter keine Lok von wirklichem geschichtlichen Interesse war und so ergab sich für uns die Frage: Welche Lok sollte es für den neuen Verein werden?

Vieles aus der Geschichte einer Lok kann Interesse wecken: Besondere Daten, spezielle Bauteile, die Beförderung ausgewählter Züge oder die Verbundenheit mit einzelnen Orten; jeder Freund der Eisenbahn hat hier seine eigene Definition. Für uns kam dennoch nur eine Lok in Frage und das war die Lok mit der Nummer 110 152–6. Anhand der Loknummer kann man noch nicht ihre Besonderheiten erkennen und wir wurden auch schon sehr häufig gefragt, warum gerade diese Lok.

Die Antwort auf diese Frage war recht simpel, weil sie die erste in den Dienst gestellte Serienlok war und zugleich die erste E10, die damals der BD Köln zugeteilt worden war. Auch wenn man es ihr im Herbst 2006 in ihrem verkehrsroten Farbkleid nicht mehr ansehen konnte, so machten sie diese zwei Tatsachen zu einer historisch wertvollen Lok. Freilich wollen wir an dieser Stelle nicht verheimlichen, daß sie sich ihr Abnahmedatum vom 04.02.1957 mit zwei Schwestern teilen muß. Dies waren E10 102 und E10 153. Uns hat sich lange die Frage gestellt, welche von den 3 Loks nun wirklich die Erste abgenommene Serienlok war. In der Fachpresse war immer wieder zu lesen, es sei 110 152–6 gewesen. Dies wollten wir genauer wissen. Es war uns tatsächlich möglich, einen Augenzeugen ausfindig zu machen. Aufgrund der gewonnenen Aussagen war E10 152 die erste Lok mit einer gültigen Abnahme und somit die erste in Dienst gestellte Serien-E10 (bzw. 110).

Wir wußten nun, was wir wollten. Die Gründersitzung unseres Vereins erfolgte am 18.05.2007 in Köln. Nach der Anerkennung der Gemeinnützigkeit folgte am 29.06.2007 die Eintragung ins Vereinsregister der Stadt Köln. Daraus resultierend konnte der Verein sich seinem Vereinsziel widmen. Nämlich die Sicherung, Aufarbeitung und Unterhaltung von 110 152–6, sowie die Sicherung, Sammlung, Aufarbeitung, Bearbeitung von Dokumenten über die anderen 411 Serienlokomotiven und den 5 Vorserienloks. Vom Erhaltungszustand unserer Lokomotiven können Sie sich im DB-Museum Koblenz-Lützel ein Bild machen. Das Lokarchiv unserer Internetseite ist nur ein Teil unserer umfangreichen Baureihendokumentation.

Schon während der Organisation der musealen Übernahme von 110 152–6 wurde uns klar: Es gab noch eine weitere besondere 110er — diesmal eine Bügelfalte — deren Erhalt wir sichern wollten: 110 300–1. Die Lok wurde im Juli 1963 durch die Deutsche Bundesbahn abgenommen und absolvierte in den Folgemonaten zahlreiche Schnellfahrversuche, bei denen sie die Marke von 200 km/h erreichte. Auf Basis dieser Experimente entstand die legendäre Schnellzuglok der Baureihe 103. Nach längerem Einsatz im Regionalverkehr wurde die Lok im Dezember 2010 außer Dienst gestellt.

Im Jahr 2014 wurde zwischen dem Baureihe E10 e.V. und dem DB-Museum (dem heutigen Besitzer der Lokomotiven) eine Partnerschaft vereinbart. Diese beinhaltet, daß die zwei Vereinslokomotiven sicher im Gelände des Museums in Koblenz-Lützel abgestellt werden können, der Verein im Gegenzug die Patenschaft für alle Loks der Baureihe E10 im DB-Museum übernommen hat.

Seit seiner Gründung im Jahr 2007 hat sich der Verein durch neue Mitglieder stetig vergrößert, so daß auch komplexere Projekte umgesetzt werden können.

Der Vorstand:
• Marcus Hirt (Vorsitzender)
• Jan Raymond Voosen (Stellvertretender Vorsitzender)
• Martin Rese (Kassenführer)
• Matthias Lambertz (Schriftführer)

Die Aktivitäten des Baureihe E10 e.V. liegen vor allem in:
• Arbeiten an den Vereinslokomotiven 110 152–6 und 110 300–1, z. B. Umlackierung von 110 152–1 in orientrot
• Pflege der Patenlokomotiven 110 121–1, 113 311–1 und 110 348–0
• Teilnahme an Eisenbahnveranstaltungen, z. B. DB-Museum Sommefest, Schwarzwaldbahntage
• Unterstützung des DB-Museums
• Vereinsausflüge
• Vervollständigung Baureihen- und Lokarchiv

An dieser Stelle soll aber nicht unerwähnt bleiben, was es bedeutet, eine solche Lok zu erhalten. Um eine Lok zu bekommen, müssen unzählige Hürden genommen werden, jede Aktion — und sei sie noch so klein — bedeutet manchmal schon eine logistische und nicht zuletzt finanzielle Meisterleistung, der sich die Vereinsmitglieder aber immer wieder und gerne stellen.

Vieles liegt vor uns — lassen Sie sich überraschen!


Wir haben Ihr Interesse geweckt? Dann ist hier der Mitgliedsantrag.


Stand: 20.02.2017 12:45:47
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